Friaulaner Naturerlebnisse

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Die Sextener Dolomiten

Eine umfassende Gebietsbeschreibung


Die Sextener Dolomiten

Eine umfassende Gebietsbeschreibung mit allen Berghütten, Übergänge und Scharten, Weitwanderpfade, gesicherte Klettersteige und Ferrata, sowie eine große Auswahl an möglichen Gipfeltouren.

Etwas Geographie und Geschichte zu den Sextener Dolomiten

Wer kennt sie nicht, die Sextener Dolomiten mit ihrem Wahrzeichen den Drei Zinnen. Westlich vom Höhlensteintal und nördlich vom Pustertal begrenzt. Östlich vom Kreuzbergpass und dem Cadore von den Karnischen Alpen und südlich vom Val d`Ansiei mit seinem Hauptort Auronzo. 

Die Sextener Dolomiten waren im 1.Weltkrieg Schauplatz eines verbittert harten Kampfes um jeden Felsblock. Wie Dumm Menschen sein können, sich von der Elite von Herrschern sinnlos in den Tod führen zu lassen, kann man hier in den Sextener Dolomiten noch vielfach sehen. 

Und haben wir daraus gelernt? eher anscheinend nicht. Es folgte der 2.Weltkrieg und aktuell heute will man wieder Kriegstüchtig werden. Bei Corona wurde noch erklärt, dass jedes Leben zählt, und in der Ukraine werden Zigtausende Männer mit den Milliarden von Euros aus dem Westen im wahrsten Sinne verheizt. Und wieder sterben nur die einfachen Bürger, die Eliten haben ihre Kinder ins friedliche Ausland gebracht und die größten Kriegstreiber haben nicht mal Kinder!

Die Berghäuser, Bivacco, Casera und Schutzhütten

Die Öffnungszeiten der bewirteten Hütten, Rifugio, sind von Mitte Juni bis Ende September. An sonnigen Wochenenden sind die Hütten bereits ab 1.Juni offen und vor Ende Oktober schließen diese selten. Biwak Schachteln und Selbstversorger Hütten gibt es nur wenige in den Sextener Dolomiten. Die Ausstattung ist aber sehr unterschiedlich. Guter Schlafsack und eine Liegematte sollten unbedingt dabei sein. Auch ein Kocher wird empfohlen. Frisches Trinkwasser aus Quellen ist meist in der Umgebung der Hütte auffindbar. 

Ende Juli bis Mitte August sind einige Berghütten ziemlich überlaufen und voll. Mir ist dieser Umstand inzwischen völlig egal, ohne mein Leichttrekking Zelt bin ich bei Mehrtagestouren so wieso nicht mehr unterwegs.


Die Dreischuster Hütte - das Rifugio Tre Scarperi, 1626 m.
Im Sommer bewirtschaftetes Berghaus im Innerfeldtal des AVS Sektion Drei Zinnen. Ab Innichen in 3 Stunden leicht zu Fuß erreichbar. Kein Winterraum. 1.Hütte am Dolomiten Höhenweg 4.

Die Haunoldhütte - das Rifugio La Rocca, 1499 m.
Private Berghütte am Nordhang des Haunold, von Innichen in 2 Stunden zu Fuß leicht erreichbar.Hat auch im Winter bei Schneelage geöffnet.

Die Talschlusshütte im Fischleintal, 1526 m.
Am Fischleinboden stehende private Hütte mit 18 Betten. 1.Hütte am Dolomiten Höhenweg 5.

Das Rifugio Locatelli - die Dreizinnen Hütte, 2405 m.
Großes Berghaus auf dem Toblinger Riedl mit einem großartigen Blick zu den Nordwänden der Drei Zinnen. 2.Hütte am Dolomiten Höhenweg 4.

Das Rifugio Auronzo alle Tre Cime di Lavaredo, 2320 m.
Ganzjährig geöffnetes großes Berghaus für den Massen Tourismus. Mit dem PKW über eine Mautstraße ab dem Misurina See für jeden erreichbar. Wer es mag!

Das Rifugio Lavaredo, 2325 m.
Eine private Berghütte an der Wanderstraße Auronzo Hütte zum Paternsattel gelegen.

Das Rifugio Zsigmondy Comici Berghütte, 2224 m.
Großes Schutzhaus im oberen Bacherntal unterhalb der Zwölfer Nordwand gelegen. CAI Sektion Padova. Von Sexten Moos über die Fischleinboden auf der Alta Via 5 in 3:30 Stunden gut erreichbar.

Die Büllele Joch Hütte - das Rifugio Pian di Cengia, 2528 m.
Kleine Privathütte, 500 m nordöstlich vom Büllelejoch am Weg CAI 101 gelegen.

Das Rifugio Carducci, 2297 m.
Kleine, oft überfüllte Berghütte wenig südlich vom Giralba Joch unter den Ostwänden des Zwölfer gelegen. Tal Aufstieg von Auronzo durch das Val Giralba an der Alta Via 5 in knapp 5 Stunden.



Das Bivacco dei Toni, 2567 m.
Rote Blech Biwakschachtel südlich unterhalb der Forcella dell`Agnello gelegen. Maximal 9 Schlafplätze, aber kein frisches Trinkwasser an der Hütte.

Das Rifugio Antonio Berti, 1950 m.
Großes hübsches Steinhaus auf der Karebene des Vallon Popera in den östlichen Sextener Dolomiten stehend. In 2:30 Stunden von Padola erreichbar.

Rifugio Lunelli di Selvapiana, 1568 m.
Idyllisch gelegene privates Berghaus im oberen Valgrande, am Ende einer Fahrstraße von Padola aus.

Bivacco Cadore, 2250 m.
Im Kar Cadin di Stallata, südlich vom Monte Popera. Rote Blechschachtel mit 9 schmalen Betten. Der Tal Aufstieg erfolgt von Auronzo in etwa 4 Stunden auf markierten Bergpfaden.

Bivacco Gera, 2240 m.
Im Talschluss des Val d`Ambata mit 9 Lagern. Zustieg vom Rifugio Berti über das Bivacco Piovan und der Forcella Anna in 3 Stunden.

Das Bivacco Mascabroni, 2900 m.
Südlich vom Gipfel des Elfers mit 9 Lagern. Zustieg vom Rifugio Zsigmondy Comici über das Giralba Joch, dem inneren Joch und dem Zsigmondy Grat, etwa 4 Stunden.

Die Rotwand Wiesenhütte, 1899 m.
Eine Privathütte am Nordhang der Rotwand, bei der Bergstation der Seilbahn Moos.

Das Rifugio Fonda Savio, 2359 m.
Am Passo dei Tocci nahe der Cadinspitzen gelegen. Aufstieg vom Lago di Misurina Bergsteig 115 in 1:30 Stunden.

Rifugio Citta di Carpi, 2110 m.
Hübsche Berghütte am Wiesensattel der Forcella Maraia stehend. Von Misurina in 1:30 Stunden auf dem Wanderweg 120 gut erreichbar.

Ausführliche Pfade Beschreibungen zu den Berghütten sind im Allgemeinen nicht erforderlich. Sind doch diese in der Regel ausgeschildert, bezeichnet und reichlich mit Farbe markiert. Auch die Verbindungen von Hütte zu Hütte sind für erfahrene Wanderer kein Problem. So weit die Bergsteige in die Scharten, Übergänge und Forcella vom Alpenverein beschildert und markiert sind, reicht eine TABACCO Wanderkarte 1:25.000 - hier das Blatt 010, Sextener Dolomiten, zur Orientierung.



Meine Auswahl an Gipfeltouren

Der Haunold, 2966 m.
Der Normalweg beginnt bei der Dreischusterhütte und der Bergsteig verläuft in nördlicher Richtung, teilweise sehr steil und auch mit viel Geröll, mit spärlichen Markierungen nach oben. 4 Stunden hoch und 3 Stunden bergab. Genug Trinkwasser mit nehmen.

Der Hochebenkofel, 2905 m.
Von der Lückelescharte in nördlicher Richtung zum Gipfel aufsteigen. Markierte Route und problemlos.

Der Birkenkofel - Croda dei Baranci, 2922 m.
Wird gerne in Verbindung mit dem Hochebenkofel bestiegen. Von diesem durch einen Verbindungsgrat getrennt. 20 Minuten und leichte Kletterei mit wenig festem Felsmaterial. Großartige Aussicht.

Nördlicher Bullkopf, 2817 m.
Der Aufstieg erfolgt in nordöstlicher Richtung durch eine Schlucht zum Gipfelgrat und von dort zum höchsten Punkt.

Der Schwalbenkofel - Croda dei Rondoi, 2873 m.
Ein Felsklotz mit eindrucksvollen Ostabstürzen und senkrechten Westwänden. Der leichteste Anstieg erfolgt vom Schwalbenjöchl. Aufstieg und Abstieg die gleiche Route. Sicherheitshalber mit farbigen Papierblätter im Aufstieg markieren. Zugang über das Wildgrabenjoch und westwärts hinauf zum Schwalbenjöchl.Kletterei Aufstieg im 2.Grad.

 Von der Scharte östlich über eine Rinne, kleine Wand und gut gestuften Felsen zu einer weiteren Scharte vor markant gelben Wänden. Nach links auf ein Felsband zur Westwand. Nun schräg, linkshaltend über gestufte Felsen zu zwei auffallenden Türmchen. Davor in einer Rinne rechts hinab zu einer breiteren Rinne. Diese nun Berghoch und durch einen Kamin weiter klettern zu einem weiten Felsband. Nach Norden queren und kaminartig zu einer Rampe hoch klettern - Schlüsselstelle - zum roten Gratturm. Links, westlich an diesem vorbei und durch eine weitere Rinne zum Gipfelgrat hoch und hier zum Gipfel. 1:15 Stunden ab dem Schwalbenjöchl.

Die Schusterplatte - Lastron dei Scarperi, 2937 m.
Bezeichnet und markierte Aufstieg auf Bergpfaden, für erfahrene Wanderer kein Problem.

Die Morgenalpenspitze, Crodon San Candido, 2891 m.
Mächtiger Felsklotz südlich der Altensteinspitze. Der Nordgipfel ist wenig höher, als der Südgipfel. Hier oben noch Reste von Kriegsstellungen aus dem 1.Weltkrieg vorhanden. 3:30 Stunden ab der Dreizinnenhütte. Zuerst zum Innichriedel aufsteigen. In Richtung Schusterplatte in die Scharte und von hier in südlicher Richtung hoch zum Gipfel der Morgenalpenspitze.

Der Toblinger Knoten - Torre di Toblin, 2617 m.
Nördlich der Dreizinnenhütte und ein beliebtes Wanderziel.


Die Westliche Zinne - Cima Ovest di Lavaredo, 2973 m.
Auch ein erfahrener Gebirgswanderer kann auf einen der Zinnen hoch gelangen. Der Anstieg zur Westlichen Zinne ist spärlich markiert und Ihr klettert im 2.Grad. Allerdings solltet Ihr sehr früh aufsteigen, den diese Route wird hauptsächlich von den Profikletterern als Abstieg benützt. So ist bei schönem Wetter ab Mittag hier richtig was los.

3:20 Stunden solltet Ihr für den Aufstieg einplanen, zurück schafft man es in 2 Stunden. Von der Auronzo Hütte in Richtung der Großen Zinnenscharte aufsteigen. Viele Wegspuren und Farbkleckse vorhanden. Weiter den Spuren folgen zu einer großen Schuttterrasse. Nun in die Westliche Zinnenscharte, die Forcella Ovest. Hier einen Kamin hochklettern - Schlüsselstelle - und zum Ringband. Durch eine Rinne steil hoch, über einen Spalt hinweg und in östliche Richtung auf dem Grat hoch zum Gipfel. Geschafft!

Die Große Zinne - Cima Grande di Lavaredo, 2998 m.
Sie ist die mittlere der drei Zinnen. Der Normalweg ist geringfügig etwas schwerer, als zur Westlichen Zinne hoch. Markiert und mit vielen Spuren versehen auch hier der Auf und Abstieg. Hier ist deutlich noch mehr los, wie nebenan. Das sieht und spürt man an den abgewetzten Fels, mehr speckig als griffig. Dazu kommt noch Steinschlaggefahr, da die meisten hier nur bergab gehen und nicht immer damit rechnen, das welche hier auch rauf wollen. 2:30 Stunden Aufstieg.

Der Paternkofel, 2744 m.
Ein lang gestreckter Felsbau, von Nordwesten gesehen eher ein schlankes Felshorn. Im 1.Weltkrieg wurde verbittert um diesen, eigentlich wertlosen Felsen gekämpft und hunderte starben hier einen sinnlosen Tod. Darunter auch der weit bekannte Sextener Berführer Sepp Innerkofler. Die alten Kriegsteige und Tunnel wurden gerichtet und sind heute als Klettersteige begehbar. Hier kann man in sich kehren, um gedanklich zu erkennen, wie sinnlos solche Kriege eigentlich sind. Und heute - 2025 - möchte Deutschland wieder kriegstüchtig werden. Eine Idiotie!

Die Sextener Rotwand - Croda Rossa di Sesto, 2965 m.
Der Zehner, der Sextener Sonnenuhr. Beliebter Aussichtsberg mit mehreren Klettersteigen. Der gesamte Gipfelbereich ist immer noch mit Militärschrott gekennzeichnet und entsprechend selten hübsch zu begehen.

Die Hochbrunnerschneide - der Monte Popera, 3046 m.
Mächtiger Plateaugipfel mit allseitigen Randabstürzen. Der Normalweg ist markiert und unschwer zu begehen. Bei Nebel und Eis ist die Route gefährlich. Die Abzweigung liegt am Alpini Weg und führt hoch zur Forcella Alta di Popera und über einen Grat zum Gipfel. 2 Stunden ab der Abzweigung, 1:30 Stunden retour.


Die Cima Bagni, 2983 m.
Dieser weithin unbekannte Felskoloss prägt den einsamen Südostkamm im hintersten Winkel der Sextener Dolomiten. Vom Val d`Ansiei langwierig hoch in ein großes Kar und mit leichtem Klettern zum Gipfel.

Die Cima d`Ambata, 2877 m.
Massiger Gipfel südöstlich der Cima Bagni gelegen. Der Aufstieg erfolgt über die Ostseite vom Bivacco Piovan herauf. Zuerst in Richtung Süden eine meist  Firnrinne direkt hoch zur Forcella Anna und weiter  über mehrere Schuttstufen in leichter Kletterei zum Gipfel. Je nach den Verhältnissen etwa 2 Stunden.

Der alpine direkte Übergang vom Bivacco Gera zum Bivacco Cadore.
Diese Bergfahrt ist etwas für erfahrene klassische Bergsteiger der alten Schule. Fast unberührte Steige und Felsen, kaum mehr als 2 Gruppen im Jahr und doch war bis in den 80er Jahren der Weg mit der Nummer
CAI 110 spärlich markiert. Freies Klettern bis an den oberen 2.Grad sollte man schon können und heute muss mit 10 Stunden gerechnet werden, auch deshalb, weil man den einen oder anderen Pfadverlauf erst noch finden muss. Dafür bekommt Ihr einen voll gefüllten Bergtag, welcher lang noch in Erinnerung bleiben wird.

Meine ausführliche Routen Beschreibung
Beim Bivacco Gera hinab zum Wandfuß des Torre Larese. Unter seinen Wänden schräg absteigend zu einer begrünten Schuttrampe. Hier linkshaltend hoch, eine Schlucht queren. Nun wiederum schräg aufsteigen, über Grasflecke in ein Hochkar aufsteigen und in einer breiten Rinne, manchmal noch Firn, und lockeren Schutt anstrengend in die Forcella Paola hinein. Bis hierher 1:30 bis 1:50 Stunden.
Jenseits der Scharte nach rechts griffig hinaus queren und zu einem Schuttband gelangen. Dieses wird ansteigend verfolgt zu einer höheren Terrasse. Auf dieser mühsam queren bis zu einem Felssporn, wo die Terrasse endet. Hier etwa 10 Meter hinabklettern und rechts zum Beginn einer Rinne gelangen, welche schräg rechts in eine Firnschlucht hinab führt. Diese nun queren, dann 8 Meter hochsteigen und in die Fortsetzung einer weiteren Rinne der Cadin del Biso gelangen. Weitere 75 Minuten.

Wer nun bisher schon am Ende seiner Fähigkeiten ist, kann hier, einmalig, die Tour abbrechen und ins Tal Val Giralba gelangen. An der Steilstufe links, südlich eines Wasserfalles entlang halten. Auch hier gibt es Kletterstellen bis zum 2.Grad, aber im Ab klettern.

Der weitere Weg
Ziemlich mühsam und anstrengend fast immer auf gleicher Höhe weglos das Kar queren zu einer weiteren Wiesen Terrasse am Nordwest Rand dieses Kar. Nun folgen schmale Felsbänder, teilweise Schutt belegt und mit mehreren Unterbrechungsstellen, wenige rote Farbflecken - Schlüsselstellen dieser Tour - bis zu einer markanten Felskante am Südwest Grat der Cima Bagni. Nun in die Westwand auf schmalen Band, rote Markierungen, etwa weitere 800 m Wegstrecke querend steigen bis in einen Schuttkessel hinein. Links der Schuttrinne über gestufte Felsrippen hinauf und bei einer kleinen Scharte links weiter auf ein Felsband, das letztendlich auf ein breites obere Band einmündet. Dieses wird bis zu seinem Ende verfolgt. 

Hier erblickt Ihr bereits das Bivacco Cadore und hier beginnt eine 200 Höhenmeter lange Steilrampe, welche ausgesetzt und luftig zum Teil etwas heikel ab geklettert werden muss. Hier ist es hilfreich, wenn man zu zweit und ein 50 Meter Halbseil mit mehreren Schlingen und Karabiner zum Sichern dabei hätte.



Eine persönliche Anmerkung
Franz Hauleitner hat in seinem Dolomiten Höhenweg Führer eine Via 9 beschrieben. Auf dieser Route beschreibt er den Wegverlauf vom Cadore Biwak zum Gera Biwak über diese herrliche Höhenroute. Wenn Ihr den Einstieg ab dem Bivacco Cadore über die Steilrampe hoch zum breiten Band gefunden habt, ist so herum die Route etwas leichter zu begehen.

Via Ferrata – Klettersteige – gesicherte Pfade

Teilweise führen über die hohen Gipfel gesicherte Klettersteige hinüber. Schwierig sind keine, meist sind es mehr mit einem Stahlseil gesicherte Bergpfade. Für den erfahrenen Berggeher alles keine Probleme.

Der Sentiero Bonacossa
Dieser teilweise gesicherte Bergpfad ist mehr ein Höhenweg, als gar eine Ferrata. Das sind zum Beispiel Abschnitte am
Dolomiten Höhenweg 6 deutlich schwieriger, dazu gibt es dort keine Stahlseile. Die landschaftliche Kulisse ist herrlich auf diesem Pfad und auch mit größeren Kindern ein Hit.

Die Via Ferrata Merlone
Start wäre bei dem Rifugio Fonda Savio und der Pfad ist richtig Eisenhaltig. Da wurde doch etwas zu viel Ferro verwendet. Nicht schwer die Kletterstellen, aber sehr Steinschlag gefährdet. Deshalb unbedingt einen Helm tragen.

Der Innerkofler de Luca Steig am Paternkofel, 2744 m.
Ein historischer 1.Weltkrieg Steig, nicht wirklich schwer. Unbedingt eine Taschenlampe und Helm dabei haben.

Der Kriegssteig Oberbachernjoch zum Sandbühejoch am Cengia Grat, 2584 m.
Eine nicht schwere Route vor herrlicher Kulisse an teilweise renovierten 1.Weltkrieg Stellungen der Italiener vorbei. Im Angesicht der derzeitigen europäischen Sicherheitslage, ein Steig zum Nachdenken. Wie viele tote junge Männer für ein paar nutzlose Felsen.

Der Toblinger Knoten, 2617 m.
Der Leiternsteig und der Feldkurrat Hosp Steig. Wer gerne auf Leitern herum turnt, als im natürlichen Fels zu klettern, kommt hier auf seine Kosten. Durch schattige Kamine fast immer Senkrecht hoch bis zum Gipfelausstieg.

Die Sextener Rotwand, 2936 m.
Mehrere gesicherte Anlagen führen hoch, drumherum und hinunter. Lang ist die Ferrata Zandonella und teilweise auch recht anspruchsvoll.

Der Alpinisteig zur Sentinellascharte, 2717 m.
Der Klassiker an gesicherten Höhenwegen in den Sextener Dolomiten. Vielfach begangen und nicht schwer. Allerdings mit einer Einschränkung: Bei Schneelage, harten Altschnee oder gar Eis ist die Route schlechtweg gefährlich. Start wäre beim Rifugio Zsigmondy.

Die Via ferrata Roghel und der Cengia Gabriella Bänderweg
Vom Rifugio Berti über das Bivacco Cadore zum Rifugio Carducci. Der 2. Klassiker in den Sextener Dolomiten. Deutlich anspruchsvoller und auch eine sehr lange Bergtour. Zu früh im Jahr sollte man dort nicht herum turnen, die Altschnee Felder können Probleme machen. In der Summe benötigt man 10 Stunden für diesen hochalpinen Übergang.

Die Via ferrata Mazzetta zum Passo di Tacco, 2347 m.
Weit hinten in der südöstlichen Ecke der Sextener Dolomiten liegt diese gesicherte Route. Mittelschwer als Klettersteig und wenig bis gar nicht besucht. Eben zu weit weg von den Drei Zinnen! Wer sich hier her verirrt, sucht die unberührte Stille dieser Bergwelt. Start ist in Padola und als Schutzhütte steht das Bivacco Gera zur Verfügung.


Der Sentiero Italia

...mit den Etappen der Sextener Dolomiten

Der Übergang von den Karnischen Alpen durch die Sextener Dolomiten, dem Lago di Misurina, hinüber in Richtung Cortina gehören sicherlich landschaftlich zu den großartigeren Pfaden des Sentiero Italia. Teilweise treffen die Via Alpina und die Dolomiten Höhenwege auch auf diese Routen.

Die Berghäuser, Bivacco, Casera und Schutzhütten am Sentiero Italia

Von der Malga Silvella, 1826 m geht es nochmals hoch fast zum Karnischen Hauptkamm und man überquert den 2329 m hohen Passo Silvella. Danach noch den Knieberg Sattel, 2334 m, Sella del Col Quarterna, 2379 m. Hier hättet Ihr die Möglichkeit mit einem Mehraufwand von einer Stunde den 2503 m hohen Knieberg, Col Quarterna, hin und zurück zu besteigen. Nun je nachdem, man in welcher Hütte genächtigt wird, den Pfad CAI 146 zur Nemes Alpes Hütte oder CAI 149 zum Rifugio Rinfreddo. Von beiden Hütten führt dann ein breiter Pfad hinunter zum Kreuzberg Pass – Passo Montecroce Comelico, 1636 m.

Jetzt folgt der weite Bergpfad zu den Drei Zinnen, ihrer Hütte, dem Rifugio Locatelli Innerkofler auf 2438 m. Der Pfad CAI 18 führt zu den Rotwand Wiesen, 1924 m, und CAI 153 hinunter in das Fischleintal zur gleichnamigen Berghütte, 1454 m. Weiter in südlicher Richtung zur Talschluss Hütte, 1548 m. Bis hierher leichte, angenehme Wanderung. Der 850 Hm. Nun folgende Aufstieg ist bedeutend anstrengender und mit viel Erwartung erreicht Ihr die Drei Zinnen Hütte. Kalender Foto Panorama !
18 Km – 1250 Hm. + 6:30 Stunden ab dem Kreuzbergpass.

Die Pfad Auswahl der nächste Etappe zum Lago di Misurina auf dem Sentiero Italia ist für mich als Gebietskenner nicht ganz verständlich. Die Route verlässt das Hochtal der drei Zinnen und führt auf dem CAI 102 hinunter in das Val Rinbon. Bei einer Jägerhütte, 1548 m, im oberen Valle della Rienza biegt man in südliche Richtung, CAI 108, ab um bei der Höhe 1706 m auf den Bergpfad CAI 111 hoch zum Monte Piana auf zu steigen. Durch die Forcella de Castrade, 2272 m, gelangt Ihr zum Rifugio Monte Piana Bose, 2205 m. 

Anschließend auf breiter Straße und guten Forstwegen ziemlich eintönig, langweilig hinunter zum Lago di Misurina, 1752 m. 19 Km – 700 Hm. + 6 Stunden.


Meine landschaftlich großartige Alternative

Auf dem Bergpfad CAI 101 hinüber zum Paternsattel, Forcella Lavarado, 2454 m, und weiter zum Rifugio Lavarado, 2344 m. Von dort zur Auronzo Hütte, 2320 m, an die Südseite der drei Zinnen. Nun erfolgt die herrliche Begehung des Sentiero Bonacossa zum Rifugio Fonda Savio, 2367 m, 2:30 Std. ab der Auronzo Hütte. 

Der Pfad geht weiter über die Forcella del Diavolo, 2478 m, über die Forcella de Misurina, 2375 m und zum Rifugio Col de Varda, 2106 m. Weitere 2 Stunden. 

Nun erfolgt auf dem Pfad CAI 120 der leichte schnelle Abstieg in 40 Minuten zum Lago di Misurina. 

Der Sentiero Bonacossa ist an den etwas anspruchsvolleren Pfadstellen mit Stahlseilen gesichert, aber beileibe kein Klettersteig. Nur bei altem, vereisten Schnee kann die Begehung etwas heikel werden, gilt ins besonders  in den nordseitigen engen Scharte.

Die Etappe von Misurina zum Rifugio Ospitale, 1495 m.
17 Km – 850 Hm. + 6:30 Stunden.
Auf dem Bergpfad CAI 224 zur Forcella de Popena auf 2214 m bergauf. Danach führt der Pfad südlich um die Cristallo Dolomiten Gruppe hinüber und leicht bergab zum Passo Tre Croci auf 1791 m. Über den Passo Son Forchia, 2047 m, gelangt Ihr in das Val Padeon, CAI 203, und weiter zum Rifugio Ospitale an der Staatsstraße zwischen Toblach und Cortina gelegen.

Auch hier gibt es eine landschaftlich tolle Variante bei bestem Wetter. Mit der Seilbahn hoch zum Rifugio Lorenzi, 2932 m, nahe dem Gipfel des Cristallo. Nun den legendären Sentiero Dibona spannend, nie eintönig, in 4 Stunden bergab zum Rifugio Ospitale. Oben hinter dem Start des Dibona Pfades gibt es das Ricovero Buffa di Pererro, Nothütte, auf 2800 m. 

Für eine Nacht ist diese Hütte vertretbar, im Hochsommer bei hohen Sonnenstand gleich am Morgen ist die Sonne wärmend vor Ort.

Ein weiterer landschaftlich großartiger Pfad wäre ab der Rotwand Wiesen Hütte die Strada degli Alpini, welche zur Forcella Giralba hinüber führt. Gute Geher verbinden diese Route mit einem Aufstieg über das innere Loch zur Hochbrunner Scheid, Monte Popera, auf 3046 m. 

Diese Bergtour ist mäßig schwierig, farblich rot und mit Steinmannderln markiert und wird viel begangen. Nur bei vereister Schneelage rate ich von dieser Tour unbedingt ab.



Generell ein Tipp:
Für den Weitwanderer ergeben sich oftmals mehrere Möglichkeiten für diese Touren. Entweder bleibt man stur auf seinen gewählten Höhenweg, hier der
Sentiero Italia, spult die Etappen ab und verpasst aber so manchen landschaftlichen Höhepunkt. Oder Ihr stellt Euch die einzelnen Etappen von Scharte zu Scharte, von Hütte zu Hütte, jeden Tag selbst neu zusammen, mit dem Anspruch, wirklich oben auf Tour gewesen zu sein. So handhabe ich es persönlich immer.

Via Ferrata – Klettersteige – gesicherte Pfade
Teilweise führen über die hohen Gipfel gesicherte Klettersteige hinüber. Schwierig sind keine, meist sind es mehr mit einem Stahlseil gesicherte Bergpfade. Für den erfahrenen Berggeher alles keine Probleme.

Meine Geführte Touren Angebote

Wie alle Touren auf dieser Webseite, kann auch eine Sextener Dolomiten Überschreitung bei mir auf Anfrage gebucht werden. Eine oder auch zwei Wochen zu den schönsten Plätzen und Berggipfeln der Sextener, dazu die eine und andere Ferrata. Übernachtungen im Rifugio und im Bivacco möglich. 

Leider haben diese Touren ihren Preis. Die bewirteten Hütten sind teuer geworden, man muss sich immer verbindlich bereits vor Wochen anmelden und freies Zelten ist auf Südtiroler Grund verboten.

Bei Interesse eine eMail an
doncamillo.friaul@gmail.com

Auch Anfragen von Jugendgruppen, welche dann vielleicht auch gerne mit Zelten unterwegs sein wollen, werden beantwortet. Hierbei werden wir sicher meist im Bereich der Biwakschachteln zum Zelten bleiben müssen und dies auch mehr im südöstlichen Teil der Sextener Dolomiten. 

Für soziale Einrichtungen, Vereine und Pfadfinder gibt es bei mir immer ein preislich attraktives sozial verträgliches Angebot.

Erstmals veröffentlicht am 19.Mai 2023 - Camillo Pötzsch
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Aktualisiert zum 9.Februar 2025 mit vielen Erweiterungen meiner Informationen.