Friaulaner Naturerlebnisse

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Mit einem Hund auf großer Tour

Informationen für Bergtouren mit einem Hund


Mit meinem Hund auf große Touren

Bergsteigen und große Touren mit einem Hund ist eine Herausforderung für das Herrchen und Frauchen, genauso aber auch für den Hund. Da gibt es einiges zu beachten und manches kann auch gefährlich sein.

Mit Halsband und Leine oder doch ohne alles…

Mein aktueller Hirtenhund Pepe ist bei meinen Bergtouren zu 90 % ohne Alles mit mir auf Tour. Pepe ist aufmerksam, gehorcht recht gut und genießt seinen Freiraum im Gebirge. Dazu ist er äußerst geschickt, klettert für einen Hund hervorragend und selbst schmalste, steile Querungen ist er problemlos gewachsen. Allerdings wurde er auch von Jung an immer von mir mit genommen und konnte so von Anfang an lernen im Gebirge unterwegs zu sein.

Futter und Wasser…

Für mehrtägige Bergtouren kommt als Hundefutter im Grunde nur Trockenfutter in Frage. Mein Pepe benötigt von seiner Lieblingssorte 400 bis 500 Gramm pro Tag, je nach der Tourenlänge. Dazu bekommt er von mir getragen, 1 mal am Tag eine Packung Fleischpaste mit 300 Gramm. Das heißt in der Summe trage ich zusätzlich zu meinem Gepäck etwa 4 Kilo für 5-6 Tage für meinen Hund. Dazu kommt je nach der Route noch frisches Trinkwasser zwischen einem und 2 Liter pro Tag. 

Da dürfte es verständlich sein, dass ich bei Mehrtagestouren immer versuche, in Nähe von frischen Trinkwasser zu Nächtigen.


Klettern, Klettersteige und extreme Gehpassagen…

Kletterpassagen im 1. Grad sind für geübte Hunde kein Problem. Pepe steigt auch noch problemlos im 2.Grad durch die Felsen. Noch schwieriger gehe ich mit Ihm prinzipiell nicht, auch deshalb schon, weil ich selbst nicht mehr mit schweren Rucksack solche Touren mache.

 Auf Klettersteige und Ferrata haben Hunde nichts zu suchen, aus und basta. Was hier alles im Internet an Aussagen gemacht wird, ist Haare sträubend und schlicht weg gefährlich. Einen Hund mit 20 Kilo an einem Stahlseil auf Schultern hoch zu tragen, wo möglich noch ohne Selbstsicherung, das geht einfach nicht. 

Hier empfehle ich ausdrücklich sich mal in den vielen Büchern von Pit Schubert, ehemals über 30 Jahren der Sicherheitsbeauftragte des DAV zu informieren, wie Bergunfälle verhindert werden können.
Genauso wie es fast unmöglich ist, einen stürzenden Hund mit seiner Leine im Kletterbereich fest zu halten. Unerwartet hast du keine Chance dazu.

Gepäck Rucksäcke für Hunde…

Kommt bei mir nicht in Frage. Zum einen wird der Hund damit zum Geher dekratiert, frei Rennen und Laufen ist nicht mehr so möglich. Zum anderen ist es auch gefährlich, immer dann, wenn eine sehr schmale Passage begangen werden muss. Der Hund kann seine wirkliche Breite mit dem Hunderucksack nicht wirklich einschätzen, kann sich verhättern und dadurch abrutschen. Also lassen wir unsere Hunde ohne Ballast frei laufen.


Mehrtägige Touren…

sind eher für den Hundehalter eine Herausforderung, als für den Hund. Zusätzlich zum eigenen Gepäck muss noch Hundefutter und je nach Wetterlage sehr viel weiteres Wasser mit getragen werden. Ich komme da schnell mal mit meinem Zelt auf ein Anfangsgewicht von 25 Kilo. Eine Schwachstelle bei langen, mehrtägige Touren können die Pfoten werden. Ich vermeide größere Geröllhalden, vor allem beim Bergab gehen für den Hund. Dagegen nicht Bergwiesen und Gebirgswälder ideales Terrain für unsere Hunde.

Schlangen und weitere Wildtiere…

Giftschlangen sind eine wirkliche Gefahr für einen Hund. Bei Berghänge, wo mit Schlangen zu rechnen ist, läuft Pepe bei mir hinter her, und nicht vorne heraus. Und Wölfe?  Pepe und ich hatten bereits Kontakte mit Wölfen. Bisher ohne Folgen. 

Dazu eine Anekdote:  Pepe hatte im Bergwald einen Wolf für sich entdeckt und ist mir davon gerannt. Kurz danach konnte ich erkennen, wie Pepe dem Wolf hinter her rannte und diesen durch den Bergwald hetzte. Der Wolf ist dann Bergab ins dichtere Gesträuch geflüchtet und war nun weg. Auf meine Zurufe kam Pepe zu mir her hoch und scheint völlig unbeeindruckt sich als ein Sieger zu fühlen. Eben ein Hirtenhund…

Eine Bären Fährte haben wir auch schon mal verfolgt, aber gesehen haben wir ihn nicht. Steinböcke haben vor Pepe nicht allzu viel Respekt, diese Tiere vertrauen in der Not ihren Fluchtmöglichkeiten, wo dann doch jeder Hund nicht mit halten kann. In tieferen Lagen gibt es hier im Friaul Wildschweine und allerlei Rotwild. Keine Gefahr für Hunde, aber im Herbst bekam ich schon mal richtigen Ärger mit den Jägern. Pepe hat anscheinend die Wildschweine entgegen der Schusszone und von den Jägern weg getrieben. Prima gemacht, Pepe, und die 50 Euronen an Strafe, was solls.


Wildflüsse, Seen, Schluchten, Gumpen und Wasserfälle…

Ganz wichtig, der Hund sollte unbedingt sehr gut schwimmen können, bei solchen Touren. Pepe ist ein Wasser Liebhaber und badet sein Leben gerne. Bis auf dem Tagliamento hat er alle Flüsse im Friaul erschwommen. Bei Seen bleibt er instinktiv immer in Ufernähe. Wenn ich nun eine Wildbachtour mit ihm unternehme, wartet er meist, wie ich laufe. Ist es ihm nicht ganz geheuer, sucht er seinen eigen Weg. Inzwischen ist er damit ein Profi geworden. Wasserfälle meidet er, genauso von Unten wie von Oben beim Ablauf. Dieser Respekt ist wichtig. In sehr engen Schluchten will er erst gar nicht ans Wasser, das Getöse und Rauschen ist ihm nicht geheuer.

Schnee und Eis…

Eine ausgewachsene Tiefschneetour am Monte Pramaggiore hatte er letzten Winter großartig gemeistert. Während unsereins immer mal wieder im tiefen Schnee eingebrochen ist, hat Pepe es irgendwie immer geschafft, solche Stellen zu umgehen. Wie auch immer, wir sind dann eher ihm gefolgt. Vom Eis hält er aber gar nichts. Dies umgeht er und zugefrorene Eisflächen meidet er.

Nächtigen und Schlafen…

Mein Zelt ist tabu für Pepe. Wenn es trocken bleibt, schläft er gerne auf Laub, an einem Strauch oder unter einem Baum. Wenn Regen Gefahr droht, habe ich ein Tape, unter diesen er dann im Trockenen liegt. In einer Selbstversorger Hütte bleibt er im Türbereich, je nach Temperatur innen oder außen zum Schlafen. Angebunden wird er nur in seltenen Gründen.


Mit weiteren Bergwanderern…

Pepe ist ein Hirtenhund mit Haut und Haaren. Alle sind seine Familie, welche er immer hüten und beschützen möchte. Wenn ich mit einer größeren Gruppe unterwegs bin und die Gruppe zieht es in die Länge, rennt Pepe unerlässlich von vorne nach hinten, von hinten nach vorne, um seine Gruppe zusammen zu halten. Da kennt er keine Müdigkeit. Und Kindern und Jugendlichen gegenüber ist er absolut friedfertig und liebevoll. 

Einer Gruppe Kindern, welche mal ein Stück selbstständig laufen möchte, kann ich Pepe immer mit geben. Noch werden diese sich verlaufen, noch wird den Kindern jemand etwas antun.

Mit anderen Hunden…

Hatte bisher keine Probleme. Pepe will Laufen und sich in der Natur herum treiben. Macht ein weiterer Hund das mit, ist alles im Lot, will der andere Hund dieses nicht, lässt Pepe ihn links stehen und geht seiner Denke nach.

Stand dieser Beschreibung: 21.Februar 2023 - Camillo Pötzsch
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Aktuell veröffentlicht am 3.12.2024