Gebirgskamm Touren Monte Raut
Landschaftlich herrliche Gebirgskamm Tour für Erfahrene Bergsteiger
Die Monte Raut Bergtour
Landschaftlich herrliche Gebirgskamm Tour für Erfahrene Bergsteiger
Kurze Tour Informationen
Die Monte Raut Bergtour gehört zu den aussichtsreichen Gebirgskamm Touren in den südlichen Ostalpen, hier die Region Friaul, oberhalb des Val Tramontina. Wer für 10 bis 12 Stunden sehr gute Ausdauer verfügt und dafür gerne mit leichtem Tagesrucksack unterwegs ist - meine Empfehlung - hat einen grandiosen Tourentag vor sich.
Zwischen Faidona am Lago di Redona im Val Tramontina und dem Bergdorf Andreis westlich vom Forca di Pala Barzana erstreckt sich dieser aussichtsreiche Gebirgskamm unweit der Gebirgsdörfer Navarons, Casasola, Frisanco und Poffabro an der Südseite. Obwohl diese Gebirgskamm Tour in beiden Richtungen begehbar ist, ist der Pfad von Ost nach West zu begehen landschaftlich deutlich schöner, geht man doch den Höhenpunkte dieser Tour im Tagesverlauf immer entgegen und auch die Sonne begleitet Euch den ganzen Tag.
Tourdauer: zwischen 10 und 14 Stunden je nach Ausdauer und Fitness.
Schwierigkeit: nichts für Anfänger und Ortsunkundige, kurze leichte Kletterstellen, die Tour ist bei mir vor Ort buchbar bis maximal 6 Personen.
Übernachtungsmöglichkeiten: in den Selbstversorger Hütten Casera Valine, 1328 m und Casera Salincheit auf 1367 m, beide an der Nordseite gelegen, immer offen, aber kein frisches Trinkwasser vor Ort.
Ausführliche Wege Beschreibung dieser Gebirgstour
Startort ist das Dorf Faidona am Lago di Redona im Val Tramontina hübsch gelegen. Kurz hinter der ehemaligen Grundschule geht es linkshaltend gerade 50 m bergan, rechts weg zu einem Wegweiser mit dem Ziel Forchia Grande. Ein guter Bergsteig führt recht zügig zu einem hübschen Aussichtspunkt über das Val Tramontina bergauf. Weiter auf diesem Bergsteig hinauf zu einem sekundären Bergrücken auf 510 m Höhe. Hier heißt es aufpassen, nicht den guten Wanderweg weiter zur Forchia Grande laufen, sondern leicht linkshaltend ab auf einen schmalen Trampelpfad in Richtung Monte Rossa. Der Bergsteig geht fast ununterbrochen in süd, südwestlicher Richtung meist im dichten Bergwald recht steil und zügig Berghoch.
Nach eineinhalb Stunden steht ihr auf diesem ersten Gipfel auf 1131 m an diesem langen Tourentag. Nun geht es in westlicher Richtung teil aussichtsreich und ausgesetzt hinüber zur ersten Scharte, der Forcella Il Von.
Nun nicht direkt weiter in westlicher Richtung aufsteigen, sondern etwa 7 Minuten in nördlicher Richtung in den Wald und bei wenigen Markierungen diesen Pfad verlassen und hier westlich haltend steil durch den Gebirgswald aufsteigen. Nach weiteren 15 Minuten gelangt ihr wieder auf den Gebirgskamm Monte Dassa, welcher weiter zum Monte Raut führt.
Zur Forcella Il Von gelangt man auch aus dem Bergdorf Casasola über einen sparsam markierten Bergsteig in 75 Minuten.
Nach der Überschreitung des Monte Dassa erreichen wir die Forcella Sella del Muntrin. Weiterhin bleiben wir auf dem aussichtsreichen Gebirgskamm in westlicher Richtung immer bergan und kommen zur nächsten Scharte, der Forcella Salincheit auf 1459 m. Hier kann man in nördlicher Richtung auf dem Wanderweg CAI 973 zur Selbstversorger Hütte, der Casera Salincheit absteigen. Nach Süden führt der Steig nach Casasola tief hinunter. Wir bleiben auf dem Gebirgskamm und steigen mal mehr, mal weniger steil zum Gipfel des Monte Rodolino auf 1700 m Höhe auf. Hier großartige Rundumsicht auf die Bergwelten der Region Friaul. Bis hierher 5 Stunden auf Tour ab Faidona. Nun in südwestlicher Richtung zur Forcella Racli 150 Hm, absteigen. Bis hierher ist der Gebirgskammweg sparsam, aber erkennbar mit roter Farbe markiert. Bei der Racli Scharte kann man nordwärts gut markiert zur Casera Valine, eine Stunde, gelangen oder nach Süden, Steig CAI 968 zum Bergdorf Poffabro absteigen, 2 Stunden.
Nun folgt der großartigste Teil der Monte Raut Gebirgskamm Tour hinauf und hinüber zur Forcella Capra. Mehrere Gipfel am Kamm werden direkt überschritten und nicht immer ist die Wegführung gut sichtbar. Dazu kommt noch die kletter mäßige Schlüsselstelle, eine 6 Meter senkrechte glatte Abstiegswand, welche mit einem nur dünnen Stahlseil gesichert ist. Hier gibt es kein Ausweichen vom Kamm, hier muss man direkt senkrecht hinunter in eine schmale, sehr steile Scharte.
Auch der Weiterweg ist nicht ganz einfach zu finden, meist geht es schräg, wenig an der nördlichen Flanke der Gebirgskammes oft durch Blockgestein und Latschenkiefer, Berghoch. Weiteres Zwischenziel ist der Clap del Paradac auf 1841 m Höhe gelegen. Die Panoramen werden immer grandioser, Begegnungen mit Steinböcken in unmittelbarer Nähe sind fast alltäglich hier oben. Nach zwei weiteren Kamm Erhebungen geht es hinunter in die Forcella Capra.
Hier besteht die gute Möglichkeit nach Süden abzusteigen, zur Forca di Pala Barzana oder nach Pian delle Merie. Nach Norden gelangt man zur Casera Chiavalot, eine erst kürzlich etwas renovierte Almhütte, welche notdürftig auch zum Übernachten geeignet wäre, aber auch hier kein frisches Trinkwasser.
Weiter geht es auf unserer Kammtour zum höchsten Punkt, des Monte Raut, auf 2025 m Höhe. Immer meist am direkten Bergkamm entlang, ausgewichen wird immer rechts haltend. Teilweise gute Spuren erkennbar und mit roter Farbe sparsam markiert. Großartiger Wege Abschnitt. Nach gesamt nun 7 - 8 Stunden stehen wir auf dem Gipfel des Monte Raut.
Der Abstieg dieser Monte Raut Gebirgskamm Tour nach Andreis
Für sehr erfahrene Bergsteiger und Kenner dieser Berge gibt es nun die logische Fortsetzung der Tour mit dem Abstieg nach Andreis.
Wir überschreiten den Gipfel des Monte Raut in nördlicher Richtung und folgen einem alten Bergpfad, welcher leicht linkshaltend vom Bergkamm hinunter führt. Wir erreichen eine weite nach Westen geöffnete Schlucht. Diese in vielen Kehren und Serpentinen steil hinunter und über den Gebirgsbach Rio de Raudelin westlich haltend hinweg. Nun in südwestlicher Richtung auf den schmalen Bergsteig schräg rechts haltend einen langen Bergrücken querend oft nun durch den Bergwald weit hinunter in eine sekundären Scharte im dichten Wald gelegen.
Ab hier nun ein gut markierter Bergsteig linkshaltend hinüber zu einer weiteren Scharte. Aus dieser links steil bergab zu einen gut sichtbaren Wanderweg und auf diesem bequem hinunter zum Auslauf des wilden Gebirgstals des Torrente Susaibes.
Weiter zu den Häusern von Sott Anzas und auf dem Wanderweg CAI 979 in westlicher Richtung, ausgeschildert San Daniele, hinüber nach dem schönen Bergdorf Andreis. Für den gesamten Abstieg solltet ihr drei Stunden einrechnen und eine gute Spürnase besitzen.
Der Abstieg zum Lago di Selva
Vom Monte Raut kann man auch zum Lago di Selva absteigen.
Vom Hauptgipfel nördlich hinüber zum Vorgipfel des Monte Raut. Hier weiter auf dem Kamm bleibend absteigen. Bei einer sekundären kleine Scharte führen Spuren in östlicher Richtung hinab. Weiter unten geht es wieder mehr nördlich haltend hinunter und Ihr gelangt zur Casera Chiavalot. Von dort hinunter in den Wald, danach etwa 5 Minuten fast eben entlang und nun
Achtung: nicht weiter die Spuren verfolgen, sondern scharf links steiler wieder bergab. Wenige Farbflecken sind hier noch vorhanden. Diese Pfad führt in einer weiteren Stunde hinunter zum Lago di Selva. Dieser Abstieg ab dem Monte Raut ist sicher der Interessanteste.
Verkürzte und einfachere Abstiegsroute
Vom Monte Raut in 40 Minuten zurück in die Forcella Capra. Hier sehr steil und direkt in Richtung von der Forca di Pala Barzana in 2 Stunden absteigen. Von der Passhöhe in östlicher Richtung sind es 8 Km bis Poffabro.
Weitere Variante: Nur das erste Viertel ab der Ziegenscharte absteigen und dann linkshaltend zu einer weiteren steilen Rinnen hinüber. Hier direkt runter bis zum Wanderweg, welcher nach Pian delle Merie und Poffabro führt. Landschaftlich recht reizvoller Abstieg.
Rückfahrt in das Val Tramontina
Ich organisiere verkehrstechnisch diese großartige Tour so, das wir ab Poffabro privat nach Faidona mit dem PKW reisen und dort ausgeladen werden. Ein Freund, der Andrea, holt uns dann am Abend in Andreis wieder ab.
Wer die Tour privat macht, sollte entweder ein Rückfahrzeug in Andreis platzieren oder mit den Busverbindungen hier in der Region reisen, ATAP fährt aber nur mit mehrmaligen Umsteigen über Maniago diese Dörfer hier an.
Die kurze Verbindung über den Pass Forca di Pala Barzana ist seit Winter 2023 gesperrt und für PKW nicht befahrbar, Fahrrad und Zweiräder kommen aber gut an der Abrutschstelle vorbei.
Eine weitere Möglichkeit wäre, den PKW ganz früh nach Andreis zu bringen und von dort mit dem ersten Bus nach Maniago und in das Val Tramontina zu reisen. Aufwand etwa eine Stunde.
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Aktueller Stand dieser Beschreibung: 1.Mai 2024 - Camillo Pötzsch
Copyright – CP_2022/2024
Aktuell veröffentlicht am 14.Dezember 2024
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