Friaulaner Naturerlebnisse

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Monte Piciat, Monte Piombada, Monte Faeit und Monte Bottai

Bergtouren ab der Malga Avrint oder Casera Montuta


Monte Piciat, Monte Faeit und Monte Piombada

Bergtouren ab der Malga Avrint oder Casera Montuta

Eine einsame sehr aussichtsreiche Gebirgskammtour für den klassischen Bergsteiger…

Mein Touren Steckbrief

Talort:  An der Nordauffahrt zum Sella Chianzutan, bei Höhe 800 m. Parkplatz und Wegweiser.
Start:  Ricovero Malga Avrint 1071 m.
Ziel:  Monte Piciat, Monte Faeit und Monte Piombada
Anforderungen:  Mittlere plus Ausdauer, Bergsteiger der Oldscool Klasse.
Pfade: CAI 811, CAI 827 und mit roten Punkte Steige.
Karte:  TABACCO 013
Gehzeiten:  1.Tag 1:30 / 2.Tag 6:30 / 3.Tag 5:30 Stunden.
Höhenmeter:  in der Summe 2130 m.
Berghütte, Übernachtung:  Ricovero Malga Avrint und Bivacco Carcade
Mögliche Gipfeltouren:  Monte Piciat, Monte Faeit, Monte Piombada, Monte Bottai
Varianten:  Ab dem Weiler Pusea, 494 m, südlich dem Lago di Verzegnis
Nachbar Touren:  Monte Verzegnis Gebirgsgruppe
Jugendgruppen mit Zelt:  Nein, Tour ist eine anspruchsvolle Bergfahrt.
Mountainbike:  Cavazzo, Pusea, Verzegnis, Sella Chianzutan.

Allgemeine Information zu dieser außergewöhnlichen Bergtour

Es ist eine klassische Wochenendtour mit der Anreise zum Freitag Abend, kurzer Aufstieg zur Hütte und zwei unvergessliche Bergtage. Klassische Bergstiefel mit bester Sohle, gutes Wetter und bei schwächeren Partnern empfehle ich ein 25 m. Seil, Schlingen und Karabinern, dazu ein Klettergurt. Ein Helm ist bei dieser Gebirgskammtour nicht notwendig. Die Berghütten sind Selbstversorger Hütten, dem entsprechend die weitere Ausrüstung. Weitere Begeher dieser Runde werdet Ihr kaum finden, dafür eine herrliche Gebirgsnatur.

Pfade Beschreibung zum Monte Faeit Gebirgskamm

Direkt bei der Avrint Hütte geht der Bergsteig CAI 811 in südlicher Richtung Berghoch.  Zuerst recht steil einen bewaldeten Bergrücken hoch, danach folgen mehrere Richtungswechsel mit ansteigenden Querungen bis zu einem herrlichen Aussichtsplatz. Hier könnte sehr gut frei gezeltet werden, wenn man alles Notwendige dafür dabei hat.
Nun folgt eine längere Querung in östlicher Richtung mit einigem Auf und Ab. Danach geht es gute 100 Hm. über einen bewaldeten Bergrücken steil hinunter in eine weite, aussichtsreiche Scharte, La Forca genannt. Hier steht unweit davon das gut eingerichtete
Bivacco Carcade, eine größere silberne Blechschachtel. Bis hierher etwa 2 Stunden.
Nun geht es den schon länger sichtbaren Gebirgskamm in östlicher Richtung hoch. Rote Punkte, ein paar Steinmänner und teilweise auch gut sichtbare Fußspuren leiten Euch hier weiter. Mehr aufwärts als Abwärts führt der Pfad auf diesem Kamm zum
Monte Piciat auf 1615 m. Danach geht es mehr hinunter als aufwärts und die Kammtour kann an der Cime Faroppa als beendet angesehen werden. Bis dahin weitere 2:30 Stunden.
Nach einer aussichtsreichen Pause wieder retour bis zum Bivacco Carcade um dort zu Nächtigen.

Pfade Beschreibung zum Monte Piombada über den Monte Bottai

Ab dem Bivacco Carcade direkt auf den Gebirgskamm in westlicher Richtung aufsteigen und problemlos hinüber zum Bottai Gipfel, eine Stunde etwa.

Danach etwas anspruchsvoller, immer auf dem Kamm bleibend hinüber zur letzten Scharte, 1446 m, vor dem Gipfelaufschwung zum Monte Piombada. Nun geht es meist etwas Kletternd, bis zum unteren 2.Grad den steilen Bergkamm in Richtung Piombada hoch. Die Gipfelkuppe selbst wird an seiner Südost Flanke erstiegen. In diesem Bereich ist ein gutes Gespür für die Route sehr hilfreich. Auf keinem Fall bei Nässe und Nebel diesen Pfad begehen. 70 Hm. Unterhalb des Gipfel enden seine Schwierigkeiten.


Herrliches umfassendes Panorama hier oben

Der Abstieg zur Casera Montuta hinunter…

Vom Gipfel in westlicher Richtung sehr steil den Pfadspuren folgend 200 Hm. Bergab. Danach wendet sich der Pfad in nördlicher Richtung und geht weiter sehr steil bis zur 1200 m Marke hinunter. Danach problemlos Richtung alter Skipiste und hinüber zum aussichtsreich stehendem Ricovero Casera Montuta. Von hier nun auf dem bezeichneten Bergpfad CAI 811 retour zur Malga Avrint und bergab zur Straße, wo das Auto steht.
Eilige, oder welche viel Zeit gebraucht haben, können nahe der Montuta auch gleich weiter zur Sella Chianzutan absteigen und nun auf der Pass Straße in Richtung Verzegnis zum Fahrzeug gelangen.

Mehrere Anmerkungen

Wer Aufmerksam die Karte studiert, kommt vielleicht auf die Idee, die Bergfahrt mit einer anderen Reihenfolge zu unternehmen. Ist alles machbar, aber der Verbindungsgrat Monte Bottai – Monte Piombada sollte besser von Ost nach West begangen werden. Zwar ist der Aufstieg deutlich anspruchsvoller, aber dafür kann man vom Gipfel auf dem Normalweg in Richtung Chianzutan absteigen und erspart sich so die eine oder andere mögliche Abseilstelle.
Ab dem
Weiler Pusea und einer möglichen noch größeren Runde bedarf es bester Kondition, da jeweils mit 2 weiteren Stunden gerechnet werden sollte.

Torrente Faeit und Monte Faeit

Die Quellen des Torrente Faeit liegen oberhalb der Casera Sonsara auf über 600 m Höhe. Der Wildbach Faeit fließt in südöstlicher Richtung und mündet 3 Kilometer südöstlich der Gemeinde Cavazzo Carnico in den Tagliamento Wildfluss. Der Cammino delle Pievi begleitet den Torrente Faeit teilweise an seiner Nordseite oberhalb den Flusslauf zwischen den Häusern von Pusea, 494 m und der Buse dai Pagans, 277 m. Diese Felsenschlucht, eher bald eine Grotte, ist alleine schon ein Besuch wert. Landschaftlich am Lohnendsten ist eine direkte Begehung am Torrente Faeit. Des Öfteren geht es direkt im Wildbach entlang, dazu viele enge Schluchten mit rauschendem klarsten Wasser und hübschen Badeplätzen.
Die herrliche
Monte Faeit Gebirgskamm Tour ist nur bei besten Wetter Verhältnissen ratsam und meine Empfehlung ist diese von oben nach unten, also von West nach Ost zu unternehmen. Ab der Sella Chianzutan den CAI 811 Bergpfad hoch zum Bivacco Carcade auf 1256 m, gut ausgeschildert und markiert. Von hier aus immer direkt auf dem Grat zum Monte Piciat, 1615 m und weiter in östlicher Richtung bis zur Cima Faroppa auf 1403 m. Ab hier auf den Abstiegspfad zu den Ruinen der Stavoli Grialez auf etwa 700 m hinunter steigen.

Monte Piombada

Der Monte Piombada, 1744 m hoch, ist ab der Sella Chianzutan ausgeschildert und ordentlich bezeichnet. 5 - 6 Stunden benötigt Ihr für den direkten Auf und Abstieg. Ab etwa 1600 m Höhe gibt es einige kurze, aber leichte Kletterstellen. Von der Sella Chianzutan direkt zur langen Seilbahn am Skihang. Nun an der rechten Seilbahnseite hoch bis zur Höhe von 1200 Metern. Nun folgt ein schmaler Bergpfad bis etwa 1570 m. Ab hier sich nun in östlicher Richtung haltend direkt zum Gipfel des Monte Piombada auf 1744 m. Ein umfassendes Panorama über viele Gipfelhöhen der Friaulaner Bergwelten. Der Abstieg erfolgt auf dem gleichen Gebirgspfad. Ein denkbare Überschreitung nach Osten in die la Forca ist zwar bergsteigerisch möglich, aber stellenweise mit kurzer Kletterei im unteren 3.Grad. Bitte unbedingt ein 50 Meter Halbseil mit einigen Schliengen und Karabinern zum Sichern und Abseilen mitnehmen. Das Gestein hier oben ist teilweise sehr brüchig. 90 Minuten sollten bis zur la Forca eingerechnet werden. Ab hier markierter unschwieriger Abstieg zur Sella Chianzutan in 2 Stunden.



Wer noch einen weiteren Tag hier investieren möchte, sei der Start dieser Bergtour bei San Francesco zu empfehlen. Dann zuerst über Stavoli Palar zum Bivacco Carcade. Mit CAI 827 ist dieser schon seit altersher bekannte weite Partisanen und Schmuggler Wanderpfad bezeichnet.

Aktuell veröffentlicht am 23.Oktober 2024 - Camillo Pötzsch
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