Das Valle Inglagna
Rio Inglagna, Rio de Romarui und Rio del Gamberi
Rio Inglagna, Rio de Romarui und Rio del Gamberi
Mein Touren Steckbrief
Talort: Inglagna, 365 m.
Start: Parkplatz bei der Kirche
Ziel: Rundtouren
Anforderungen: Mittlere plus Ausdauer
Pfade: CAI 393a + CAI 396
Karte: TABACCO 028
Gehzeiten: 4:30 bis 8:30 Std. je nach der Route
Höhenmeter: 570 m. bis 1100 Hm.
Berghütte, Übernachtung: Keine, mehrere freies Zelten möglich.
Gipfeltour: Pizzo Lovet, 1269 m, Col della Luna, 1422 m.
Varianten: Von Posplata aus...
Nachbar Touren: Canale di Meduna
Jugendgruppen mit Zelt: Gut geeignet, Abenteuerlich
Mountainbike: Redona, Lago di Selva, Lago del Ciul,
Eine Gebietsübersicht
Etwas Geographie über das Val Inglagna
Das Valle Inglagna befindet sich mittig zwischen dem Lago di Selva im Westen, dem Lago del Ciul im Norden und dem Lago di Redona o die Tramonti im Osten. Über Chievolis erreicht Ihr auf einer kleinen Bergstraße den romantischen, hübsch gelegenen Ort Inglagna auf 365 m Höhe. Die Quelle des Rio Inglagna befindet sich in der Nähe des Stavolli Spinespes auf 635 m Höhe. Folgende Wildbäche münden in den Rio Inglagna: Rio de Romanui, Rio del Boschit und der Rio die Gamberi, welcher durch das Valle Posplata fließt.
Übernachtungen
Eine Berghütte gibt es in der ganzen Bergregion keine. Wer hier Übernachten möchte, muss sein Leichttrekking Zelt mit bringen oder gar frei Biwakieren. Frisches Trinkwasser gibt es nur in den Tallagen und direkt an den 4 Wildbächen. Sonst sieht es mau aus mit weiteren Quellen.
Gipfeltouren
Höchster Gipfel ist der Monte Corda mit nur 1463 m, welcher aber damit die Tallage um 1100 Hm. überragt. Schönster Berg hier ist aber der Col della Luna mit 1422 m. Pizzo Lovet, 1269 m, Monte Crepa, 1177 m, ein dicht bewaldeter Bergkamm, und der Monte Buttignan mit seinen bescheidenen 1074 m bieten sich hier als Gipfeltouren an.
Tal Wanderungen
Überall finden sich hier im Gebiet verlassene Ruinen von ehemals bewirtschafteten Almen, welche bis in den 1960er Jahren bewohnt waren. Heute hat der wild wachsende Bergwald mit all seiner Bäume Vielfalt die vielen Bergwiesen in Beschlag genommen und einen herrlichen Naturwald gebildet. Die Blütenwelt ist im Frühjahr und Sommer sehr vielfältig und bunt, was auch wieder für die Tierwelt gilt. Der Bär und Wolf sind wieder zurück gekehrt, wie auch einige Arten von Raubvögeln. Fuchs, Rotwild, Weidewild und Wildschweine leben hier alle in ihren Bereichen je nach Höhenlage zwischen 300 und 1500 m. Schlangen sind zwar selten, aber an gut geschützten sonnigen Plätzen gelegentlich auffindbar, darunter auch die Sandviper, welche ich selbst mal hier antraf. Im gesamten Gebiet sind hier auch die kleinen schwarzen Zecken heimisch, sehr lästig, aber nur selten Krank machend. Der klassische Holzbock, wie er reichlich in den südlichen Wäldern Deutschlands vorkommt, gibt es hier deutlich seltener. Touren können hier das gesamte Jahr unternommen werden.
Im Frühjahr blüht es hier sehr vielfältig, im Sommer findet Ihr sehr romantische Badeplätze, der Herbst leuchtet in seinen gelb-orange-roten Farben und der Winter bietet klare reine Luft mit herrlich weißem Schnee.
Nur zwei Wanderpfade, CAI 393a und CAI 396 sind ausgeschildert und ordentlich markiert. Alle anderen Pfadspuren sind spärlich bezeichnet, oft nur mit ein paar Steinmännchen und erfordern einen gewissen Spürsinn für dieses Menschen leere Gebirge.
Als Wanderkarte kann ich nur die TABACCO 1:25.000, das Blatt 028, Val Tramonti empfehlen. Leider ist in der neuesten Ausgabe das Fehlen vieler alter Pfade auffällig, obwohl diese doch hier im Gebirge reichlich vorhanden und begehbar sind.
Der weiße Rhododendron Pfad – Sentiero Anello della Daphne blagayana
Diese Wanderrunde ist erst 2024 fertig gestellt worden, gut bezeichnet und je nach dem Wegverlauf zwischen 3:30 und 6 Stunden machbar. Von Inglagna nach Spinespes, zwischen den beiden Naturtunnel in einer Stunde bergan, CAI 393a. Hier links ab und vor dem Tunnel wiederum links seitlich auf eine schmale Spur entlang. Kurz danach wird der Weg sehr deutlich und es geht Berghoch. Nach dem Erreichen der Forcja Cjadins geht es ausgeschildert zu einem Belvedere und von dort aus kann man den Monte Buttignan besteigen. Anfang Juni blühen am ganzen Bergsteig die weiße Daphne blagayana. Aber Achtung: die Pflanzen sind nicht nur geschützt, sondern auch hoch giftig.
Übergänge und Scharten
Folgende Forcella sind auf schmalen Bergpfaden erreichbar:
Forcella Navedeit, 1334 m
Forcella Dodismala, 964 m
Forca della Meda, 1299 m
Forcella Lovet, 1146 m
Forcella della Luna, 1172 m
Forcella Spesse, 1062 m
Forcja Cjadins, 885 m
Einige Gipfeltouren sind ausführlicher weiter unten von mir beschrieben, darunter auch eine längere Kamm Tour.
Die Wildbach Pfade um den Rio Inglagna und Rio die Gamberi sind ein Teil des sehr langen Sentiero dell`Acqua, Carmen Felicitas, welcher fast alle Wildbachtäler und Gebirgsseen in der Region Friaul verbindet. Hier betrifft es die drei Seen, Lago del Ciul mit dem Torrente Meduna, der Lago di Selva mit dem Torrente Silisia und den Lago di Redona o die Tramonti.
Eine weitere geschichtlich interessante Pfad Route ist der Erwin Rommel Pfad, welcher von Osten kommend nach Westen über die Forcella Clautana leitet und in Longarone endet.
Ich kann all diese Routen im Zusammenhang als eine 6 Tagestour gegen eine Führergebühr ab Ostern bis Ende Oktober ab 2 Teilnehmern anbieten und begleiten. Für weitere Informationen bitte eine E-Mail an mich.
Col della Luna und Pizzo Lovet Bergtour
Von der Forcella Spessa zur Forcella Dodismala
Auf dieser Bergtour im hintersten Eck des Val Tramontina werdet Ihr wohl keine Bergtouristen antreffen. Zu einsam und von der Welt abgeschieden diese großartige Bergtour. Keine spektakulären Gipfelhöhen, keine Berghütte und doch ein erfüllter Tourentag von mindestens 10 Stunden erwarten hier Euch. Sparsam mit roter Farbe markiert, kaum Hinweisschilder am Weg und oftmals nur schmale Bergsteige mit wenigen Fußspuren. Dafür könnt Ihr diese Route mehrmals verkürzen ohne allzu viel von dieser Bergnatur nicht gesehen zu haben. Leider hilft Euch die sonst recht gute TABACCO Wanderkarte 1:25 000, das Blatt 028, Val Tramontina hier nicht weiter. Deshalb beschreibe ich hier diese Tourenroute etwas ausführlicher als sonst. Natürlich kann auch diese Tour vor Ort als geführte Bergtour bei mir gebucht werden.
Die Anreise zum Startpunkt: Von Meduna in das nördlich davon gelegene Val Tramontina fahren. Bei der Staumauer des Lago di Redona links abbiegen, am Westufer des Stausee entlang und über Faidona nach Chievolis. Nun ausgeschildert auf einer sehr kleinen Straße Richtung Posplata bis nach Chiamei. Hier kleiner Parkplatz. Wenn Ihr die Runde im Uhrzeigersinn begehen wollt, könnt Ihr auch in Inglagna parken.
Aufstiegs Beschreibung
Der erste Abschnitt führt auf dem gut markierten Bergsteig CAI 396 Richtung Posplata zur Casera Coleiba. Zum Col della Luna über die Forcella Spessa geht es gerade aus weiter hoch. Wer gleich direkt zum Pizzo Lovet steigen möchte, Zeitersparnis etwa 3 Stunden, biegt hier links ab und wandert auf einem spärlich markierten Steig in westlicher Richtung zur Lovet Scharte, 1172 m hoch.
Zur Forcella Spessa, 1062 m, geht es weiter in nördlicher Richtung problemlos bergan. Oben an der Spessa Scharte angekommen geht es direkt linkshaltend steil einen bewaldeten Berghang hoch. Wenige Wegspuren und Farbkleckse an den Bäumen. Weiter höher, nun besser markiert geht die Aufstiegsroute weniger steil bergan, dafür ziemlich verwinkelt. Nun Achtung: nicht zu dem direkten Felsgrat weiter aufsteigen, sondern nördlich haltend eine mit Gras bewachsene Flanke 40 Hm. sehr steil absteigen. Unten linkshaltend, westlich, mehrere Felsen queren und im dichten Bergwald den wenigen Wegspuren nach wieder aufsteigen. Später wird die Route im Wald flacher und nach einem längeren Abschnitt erreicht Ihr unschwierig den Gipfel Col della Luna auf 1422 m Höhe. Ein großartiges Panorama erwartet Euch !
Der Abstieg zur Lovet Scharte, 1172 m ist nicht ganz leicht und sehr ausgesetzt. Meist direkt auf dem Südwestgrat über Gras, Geröll, Schrofen und steilem Fels bergab steigen. Nichts für Ungeübte Geher ! Stellenweise ist freies Klettern im 2. Grad erforderlich. Schwierigkeiten können sowohl mal links als auch rechts von der Kante umgangen werden. Wer sich diesen Abstieg nicht zutraut, kann vom Gipfel des Col della Luna auch direkt nördlich haltend durch den Bergwald und Almwiesen 400 Hm. weglos absteigen und später sich linkshaltend in Richtung Lovet Scharte wieder 100 Hm. aufsteigen. Zusätzliche Zeit etwa eine Stunde.
Aufstieg zum Pizzo Lovet. Immer direkt an der Nordflanke bleibend in Richtung Süden sehr steil 100 Hm. problemlos aufsteigen. Schönes Panorama vor allem nach Süden vom Pizzo Lovet, 1269 m hoch gelegen.
Die Gebirgskamm Überschreitung
Nun folgt ein weiterer Abstieg über 200 Hm. hinunter in eine weiter Wiesenmulde. Dieser Teil der Route ist ordentlich rot markiert und gut zu finden. Unten angekommen besteht die Möglichkeit, auf einem markierten Bergsteig nach Süden abzusteigen. Später, 150 Hm. tiefer kommt eine Wegteilung: nach links ein Pfad hinunter nach Val und Clez . Nach rechts durch ein herrliches Wildbachtal, das Val de Romarui, nach Inglagna. Beide Pfade sind nur sparsam markiert und es sind nur wenige Wegspuren vorhanden.
Zur Forcella Dodismala , 964 m, geht es nun westliche haltend weiter auf einem Bergkamm entlang. Über steile Latschenkiefer, Schrofen und kurzer Kletterei gelangen wir zum höchsten Punkt an diesem Bergkamm, 1126 m. Danach erfolgt der aussichtsreiche Abstieg zur Forcella Dodismala. Hier kommt nun der Wanderweg CAI 393a hoch. Diesen nun gut markierten Steig in Richtung Süden absteigen. Ihr kommt an den Tunnel Einfahrten vorbei. Hier weiter nun südöstlich haltend problemlos nach Inglagna hinunter. Auf der Straße ausgeschildert östlich entlang zum Ausgangspunkt Eurer Bergtour.
An der Forcella Dodismala gibt es eine 30 Minuten längere aussichtsreiche Variante, ausgeschildert und spärlich markiert, welche über einen landschaftlich hübschen Steig, später auf dem Normalabstieg zurück führt. Lohnend !
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Aktueller Stand dieser Beschreibung: 1.Mai 2023 - Camillo Pötzsch
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Veröffentlicht am: 11.November 2024 - Camillo Pötzsch