Die Bergamasker Alpen
Alpi Orobie - Prealpi Bergamasche
Die Bergamasker Alpen - Alpi Orobie - Prealpi Bergamasche
Gebietsbeschreibungen für Bergsteiger und Fernwanderer
Geographische Umgrenzung
Die Bergamasker Alpen sind das südwestlichste Gebirge der hier beginnenden Ostalpen. Die westliche Begrenzung ist der Lago di Como und der Lago di Lecco. Im Süden die Tiefebene mit der Stadt Bergamo. Die nördliche Begrenzung ist das Val Tellina mit dem Torrente Adda und der Stadt Sondrio. Östlich des Passo d`Aprica das Val di Corteno mit der Stadt Edolo und an der Ostseite das Val Camonica und der Lago d`Iseo.
Die West-Ost Ausdehnung beträgt gut 83 Km, die größte Breite etwa 56 Km, die gesamte Grundfläche fast 3600 qkm.
Drei Gipfelerhebungen kommen über die 3000-er Marke. Der Pizzo di Coca mit 3053 m, die Punta di Scais auf 3039 m und der Pizzo di Redorta auf 3037 m.
Der nördliche Teil ist nur sehr dünn besiedelt, die Täler eng und schroff, dabei auch recht kurz und sehr steil. Nach Süden fallen die Täler sanfter ab und es gibt hier reichliche Orte und Besiedelungen. Gletscher im eigentlichen Sinne gibt es keine mehr, je nach der Schneelage im Winter findet man im Sommer an der Nordseite der Bergamasker Alpen noch größere Altschneeflächen.
Geographische Gebirgsteile der Alpi Orobie
Die Bergamasker Voralpen - Prealpi Bergamasche, verlaufen von Lecco über Bergamo bis zum Iseo See zu Fuße des Hauptkammes an der Südseite, unterbrochen durch mehrere markante Taleinschnitte, entlang.
Nördlich an der Südwest Seite schließen sich die Gebirgsgruppe del Resegone daran. Höchste Erhebung ist der Monte Resegone mit 1875 m Höhe.
Nördlich davon stehen die Grigne Gruppe mit der maximalen Höhe von 2409 m. Dieses Gebiet ist Berg touristisch über erschlossen und vor allem Ende Juli bis Mitte August gerammelt überbevölkert. Dazu tragen auch die Vielzahl an Klettersteigen - Via Ferrata bei.
Die Berge del Poris sind nicht ein Bestandteil der zentralen Bergamasker Alpen und liegen etwas abseits südlich des Hauptkammes. Mit dem Pizzo Poris geht es an die 2713 m Höhe. Dieses Gebiet ist sehr Seenreich, allerdings meist künstliche Stauseen, welche viele bereits vor dem zweiten Weltkrieg entstanden sind.
Die nordwestlichste Gebirgsgruppe der Bergamasker Alpen ist die Gruppe del Legnone mit dem Monte Legnone auf 2609 m. Hier schließt sich südöstlich davon die Berggruppe del Tre Signori daran.
Östlich setzt sich mit den del Ponteranica Bergen die kleinste Untergruppe an.
Die flächenmäßig größte Gebirgsgruppe del Masoni zwischen dem Passo di Venina und dem Passo di San Marco befinden sich direkt am Hauptkamm der Bergamasker Alpen.
Unter der Gruppe Centrale befinden sich die höchsten und mächtigsten Berggipfel dieser Südalpengruppe.
In der italienischen Literatur sind weitere drei Untergruppen genannt. Die Barbellino, die Scais-Redorta und die Pizzo del Diavolo.
Östlichster Teil der Bergamasker Alpen sind die Gruppe del Telenek, welche bis Edolo reicht.
Naturschutz für Flora und Fauna
Laut den verschiedenen Naturschutzgesetzen der Region Lombardei sind im Grunde alle Pflanzen und Blüten in den Bergamasker Alpen streng geschützt. Bedingt durch die geologische Vielfalt der Gebirge, der Weitläufigkeit des gesamten Gebietes und der klimatischen Lage gedeihen hier fast alle in den Südalpen vorkommenden Gebirgsblumen und Heilpflanzen.
Raubtiere, wie Bär und Wolf, gibt es nur sehr vereinzelt hier in den Bergamasker Alpen. Auch große Raubvögel sind recht selten, weniger selten sind aber alle Arten von Schlangen, auch Viper und Natter. Nur in den nördlichen Menschen leeren Gebirgstäler findet man Wild und Steinböcke.
Täler - Talorte - Startmöglichkeiten für Touren
Bei einen solch ausgedehnten Gebirge, wie die Bergamasker Alpen gibt es wirklich zahlreiche Ausgangsorte für die Bergtouren. Ich belasse es hier vorerst mal mit einer Liste der Täler, welche in Frage kommen würden.
Das Valle di San Antonio, das Val del Corteno, Val Belviso, das Valle di Coronella, Valle del Malgina, Valle d`Arigna, das Valle di Venina und Val Tartano im äußeren Westen der Bergamasker Alpen.
Das Valle del Bitto di Albaredo und di Gerola, das Valtellina, Valle Varrone und Valsassina. Val Boazza, Valle del Gerenzone und der Lago di Comer, der Comer See im Nordwesten der Region.
Es folgen das Valle Averara, Valtorta, Valle di Mezzoldo, Val Taleggio, Val Serina, Val Brembilla, das Valle Imagna und das Valle Brembana im westlichen Zentralteil.
Nun das Val del Goglio, Valcanale, Val de Riso, das Valle Seriana, Valle del Freddo und das Valle Cavallina. Das Valle di Lozio, Val Trobiolo und das Valle di Scalve liegen im östlichen Zentralteil dieser Alpen.
Abschließen tue ich diese Liste mit den Tälern Valle di Paisco, das Val Camonica, Val Borlezza und mit dem Lago d`Iseo im Südosten der Bergamasker Alpen liegend.
Schutzhütten – Rifugio – Bivacco – Casera – Baita – Malga – Camping
In der Gruppe Centrale Bergamasker Alpen befinden sich die höchsten und mächtigsten Berggipfel. In der italienischen Literatur sind weitere drei Untergruppen genannt.
Das Rifugio Vivione, 1828 m.
Das Berghaus steht am Passo del Vivione, ganz im Osten der Bergamasker Alpen und ist auch ein Stützpunkt am Sentiero Italia.
Die Barbellino Gruppe mit dem Rifugio Antonio Curo auf 1915 m. Großes Schutzhaus oberhalb vom Lago del Barbellino im herrlichen Hochtal Valle Seriana landschaftlich großartig gelegen. Etappenhütte am Sentiero delle Orobie, Sentiero Italia und des Sentiero Naturalistico. Von Anfang Juni bis Anfang Oktober bewirtet, sonst immer zugänglicher Winterraum.
Das Rifugio Nani Tagliaferri al Passo di Venano, 2328 m.
Herrlich gelegenes Schutzhaus in aussichtsreicher Gebirgslage.
Rifugio Mario Merelli al Coca, 1891 m. Aussichtsreiche, herrliche Lage hoch oben nahe Valle Seriana. Bewirtet von Anfang Juli bis Ende September. Etappenhütte am Sentiero delle Orobie und dem Sentiero Italia.
Das Bivacco Enrico Resnati, 1920 m. Rote kleine Biwakschachtel mit 4 Lager und keine Decken, Matratzen.Trinkwasser entweder unterhalb am kleinen Gletscher und am Aufstiegspfad zum Biwak. Ab Mitte August kaum noch auffindbar.
Die Scais-Redorta Untergruppen
Das Rifugio Brunone, auch Antonio Baroni genannt, 2297 m hoch im Val dell Aser stehend. Grandioser Aussichtspunkte der Berghütte und höchst gelegener Stützpunkt der Bergamasker Alpen. Mitte Juli bis Mitte September bewirtet. Etappenhütte am Sentiero delle Orobie und dem Sentiero Italia.
Das Rifugio Luigi Mambretti, 2003 m. Hoch oben im Val Caronno südöstlich des Lago di Scais in herrlicher landschaftlicher Szenerie gelegen. Juli und August bewartet, sonst oftmals verschlossen und nur ein kleiner Winterraum, 3 Lager, zugänglich. Frisches Trinkwasser am Wasserhahnen außen zugänglich oder taleinwärts zum Sorgente 20 Minuten laufen.
Das Bivacco Ottorino Donati, 2498 m.
Stein gemauertes Hüttchen am Lago di Reguzzo im hintersten Valle di Arigna. 14 Lager und Trinkwasser vor Ort.
Das Bivacco Alfredo Corti, 2509 m.
Am Rande der Vedretta del Lupo stehendes kleinstes Steinhaus. 8 Lager sind maximal möglich, aber kein frisches Trinkwasser in der Nähe.
Das Rifugio Luigi Mambretti, 2004 m.
Im hintersten Valle Carona stehend. Einzigartige wilde Gebirgslage mit 20 Schlafplätzen. Frisches Trinkwasser bei der Hütte oder knapp 15 Minuten ausgeschildert in der Umgebung. Achtung: diese Berghütte ist nicht regelmäßig bewartet und auch nicht immer offen. Es gibt einen sehr kleinen Winterraum, 2 Lagerplätze, welcher aber immer zugänglich ist. Zur Not muss eben mit einem mitgebrachten Zelt gezeltet werden.
Die Untergruppe Pizzo del Diavolo
Rifugio Fratelli Calvi, 2015 m. Oberhalb des Lago Rotondo herrlich gelegen. Große Etappenhütte am Sentiero delle Orobie und dem Sentiero Italia.
Bivacco Aldo Frattini, 2125 m. Metall Biwakschachtel mit maximal 9 möglichen Lagerplätzen. Decken zeitweise vorhanden. Kein frisches Trinkwasser in der Nähe des Bivacco auffindbar. Notunterkunftshütte am Sentiero delle Orobie.
Das Rifugio Laghi Gemelli, 1968 m.
Oberhalb vom Laghi Gemelli stehendes großes Berghaus. Bewirtet von 20.Juni bis 20.September und kein Winterraum offen. Stützpunkt vom Sentiero Italia.
Das Rifugio Fratelli Longo, 2027 m.
Oberhalb des Lago del Diavolo stehendes großes Schutzhaus.
Das Rifugio Dordona, 1960 m.
Das Rifugio Balicco, 1963 m.
Diese Berghütte steht in der Untergruppe Monte Masoni in den Bergamasker Alpen. Stützpunkt am Sentiero Italia.
Das Rifugio Cesare Benigni, 2221 m.
Herrliche Gebirgskammlage der Hütte und Stützpunkt am Sentiero Italia und Sentiero Orobie Occidentale. CAI Bergamo. Bewirtet von 20.Juni bis 20.September. Zusätzlich von Mai bis November bei schönem Wetter an Wochenenden. 24 Schlafplätze.
Das Rifugio Alberto Grassi, 1987 m.
In aussichtsreicher Lage unterhalb vom Passo di Camisolo. Bewirtet von 20.Juni bis 20.September, 50 Schlafplätze und kein Winterraum offen. Stützpunkt am Sentiero Italia, Sentiero delle Orobie und Via alta della Val Sassina.
Das Rifugio Buzzoni, 1560 m.
Am Sentiero Italia, Tre Signori Untergruppe, gelegene Hütte, welche die erste oberhalb der Gemeinde Pasturo bei der West nach Ost Überschreitung der Bergamasker Alpen als Stützpunkt dient.
Das Rifugio Falc, 2114 m.
Westlich des Lago del Inferno zu Füßen des Pizzo Varrone stehendes kleineres Schutzhaus.
Das Rifugio Alpe Lago, 1510 m.
Oberhalb der San Marco Pass Straße stehende private Berghütte mit 12 Schlafplätzen.
Das Rifugio Torcola, 1789 m.
Auf dem Gipfel des Monte Torcola herrlich aussichtsreich stehendes privates Schutzhaus. 50 Schlafplätze und vielfach besucht.
Das Rifugio Antonietta, 1365 m.
Auf einem Hügel stehendes Berghaus am Sentiero Italia.
Das Rifugio Luigi Brioschi, 2403 m.
Kleine hoch gelegene in der Grigne stehende Hütte am Sentiero Italia.
Der Albergo Alpe Rifugio Cainallo, 1240 m.
Großes Berghaus, 1000 Hm. östlich oberhalb vom Lago di Como in der Grigne stehend. Talort ist Varenna herrlich am Lago di Como gelegen. Stützpunkt am Sentiero Italia.
Die Hütten in den Prealpi Bergamasche
Das Rifugio Baita Iseo, 1335 m.
Westlich über dem Val Camonica auf dem Prato di Natur lieblich stehend. CAI Iseo, 28 Schlafplätze.
Das Rifugio Gualtiero Laeng, 1760 m.
Östlich des Pizzo Camino nahe zwei kleiner Seen stehend. 9 Schlafplätze, aber nur sicher von Mitte Juli bis Mitte August offen. Kleiner Winterraum vorhanden, stets offen.
Das Rifugio San Fermo, 1868 m.
In der Untergruppe Pizzo Camino gelegen. 25 Schlafplätze und vielfach besucht.
Das Rifugio Luigi Albani, 1940 m.
Großartiger Standort bei den Presolana Nordwänden, 64 Schlafplätze, von Mitte Juni bis Mitte Oktober bewirtet. Das Berghaus ist ein Stützpunkt am Sentiero delle Orobie.
Das Rifugio Leonida Magnolini, 1650 m.
In schöner Aussichtslage am Monte Alto stehend. CAI Lovere, 58 Schlafplätze.
Das Bivacco Dante Testa, 1489 m.
Selbstversorger Hütte am Monte Alben mit 6 Lager und gutes Trinkwasser bezeichnet 5 Minuten abseits der Hütte. Alle Pfade zur Hütte sind anspruchsvolle Wege.
Das Bivacco la Plana, 1238 m.
Kleine Hütte mit 10 Lager und Wasser vor Ort. Am Berghang des Val de Riso stehend.
Das Bivacco Nembrini, 1780 m.
In der Untergruppe Monte Alben stehende Hütte mit 12 Lagerplätzen. Kletterstützpunkt des CAI Bergamo. Nicht immer offen, aber gut zum freien Zelten geeigneter Platz, Trinkwasser vor Ort.
Das Rifugio Santa Maria in Leiden, 1765 m.
Berghütte steht in der Untergruppe Area im hintersten Valle Dossana. 24 Schlafplätze, nicht immer bewirtet und offen.
Das Rifugio Gherardi, 1648 m
Auf der Piani de Alben nördlich Valtorta stehende Hütte des CAI Bergamo. 50 Schlafplätze und nur im Juli und August sicher bewirtet.
Das Bivacco Cima di Menna, 1998 m.
Weiterer Name ist Rifugio Palazzi, am Passo del Menna stehend mit 12 Schlafplätzen. Mitte Juli bis Mitte August bewartet.
Die Berggruppe del Resegone
Das Rifugio Alpinisti Monzesi, 1173 m.
Südwestlich des Monte Serrada über dem Val Negra stehend. CAI Monza, 33 Schlafplätze. Mitte Juli bis Mitte August bewartet, sonst nur meist an Wochenenden. Freies Zelten möglich.
Das Rifugio Luigi Azzoni, 1860 m.
Knapp unterhalb des Monte Resegone Gipfel aussichtsreich stehend. Wenn verschlossen, dann zum nahen Bivacco Citta di Lecco, 6 Lager und immer offen. Kein Trinkwasser in der Umgebung.
Die Berggruppe Grigne
Das Rifugio Giovanni Riva, 1020 m.
Am Nordost Rand der Grigne gelegen. 18 Schlafplätze und von Juli bis Ende September bewirtet und offen. Kein Winterraum.
Das Rifugio Mario Tedeschi, 1375 m.
An der Südostflanke der Grigne oberhalb der Gemeinde Pasturo. Juli bis Mitte September offen.
Das Rifugio Carlo Porta, 1425 m.
Auf der Piani Resinelli Hochfläche gelegen. CAI Milano, 60 Schlafplätze und ganzjährig bewirtet. Bester Stützpunkt für die Grigna Meridionale und vielfach besucht und Ende Juli bis Mitte August auch mal überfüllt.
Das Bivacco Ugo Merlini, 2108 m.
Am Grigne Hauptkamm stehende Notunterkunft mit 2 Lager. Kein Trinkwasser in der Umgebung.
Das Bivacco Bruno Ferrario, 2182 m.
Am Gipfel der Grigna Meridionale. 10 Lager, CAI Lecco, kein Trinkwasser.
Das Rifugio Elisa, 1513 m.
Auf einem Grasrücken im Alta Val Meria gelegen. 32 Schlafplätze und Mitte Juli bis Ende August bewirtet. Von Mai bis Oktober nur an Wochenenden.
Das Rifugio Luigi Bietti, 1718 m.
Im herrlichen Kessel von Releccio gelegen. Großartige Ausblicke und 34 Schlafplätze. Bewirtet im Juli und August, sonst nur an Wochenenden von Mai bis Oktober.
Das Rifugio Arnaldo Bogani, 1810 m.
Nordwestlich der Grigna Settentrionale gelegen. Bewirtet im Juli und August, sonst nur an Wochenenden von Mai bis Oktober. 40 Schlafplätze.
Die Berggruppe del Poris
Das Rifugio Baita Cernello, 1967 m.
Oberhalb des Lago Cernello stehendes Schutzhaus mit 24 Schlafplätzen. Bewirtet von 20.Juni bis 20.September und kein Winterraum offen.
Das Rifugio Alpe Corte, 1410 m.
Auf der Alpe Corte gelegen. Bewirtet von 20.Juni bis 20.September und kein Winterraum offen.
Die Ricovero Casera di Legnone, 2145 m.
Kleine Nothütte, auch als Ca di Legn bezeichnet, mit einfacher Ausstattung für 4 Personen. Kein Trinkwasser in der Nähe.
Die Gruppe del Tre Signori
Das Rifugio Varrone, 1672 m.
Im hintersten Val Varrone gelegen. Bewirtet von 20.Juni bis 20.September und kein Winterraum offen. 24 Schlafplätze, freies Zelten möglich und Trinkwasser vor Ort.
Das Rifugio Dino Tavecchia, 1498 m.
An der Bocca di Biandino stehend. Bewirtet, 80 Schlafplätze, von 20.Juni bis 20.September und kein Winterraum offen.
Bergpfade und Überschreitungen
Die Wanderwege vom Tal zu den einzelnen Berghütten sind in der Regel bezeichnet, ausgeschildert und ordentlich markiert. Bis auf teilweise unkorrekte Zeitangaben, welche recht sportlich ausgelegt sind, kann jeder erfahrene Wanderer zu den Berghäusern aufsteigen.
Die Überschreitungen von Hütte zur Hütte sind nicht immer nur ein Wandern. Einige Bergtouren haben es da schon anspruchsvoller. Wenn es über Pässe, Scharten und enge Forcella geht, kommt man auch schnell mal an seine Grenzen.
Mehrere Etappen des Sentiero Italia verlaufen an der Nordseite der Bergamasker Alpen. Diese sind gut markiert und ausgeschildert. Ihre Schwierigkeiten bleiben bergtechnisch immer überschaubar.
Der Sentiero delle Orobie ist bedeutend anspruchsvoller. Er verbindet mit anspruchsvollen Bergpfaden sieben alpine Berghütten und auch einige bedeutende Gipfel liegen am Weg.
Der Sentiero delle Orobie Occidentali durchstreift den westlichen Teil der Bergamasker Alpen.
Die Alta Via della Valsassina ist ein weiterer knapp 50 Km langer Fernwanderweg.
Leider gibt es keine ausführliche deutsche Beschreibung über diese alle Fernwanderpfade, geschweige der Überschreitungen und Gipfeltouren. In wie weit man diese mit einander verbinden kann und ob eine große Bergamasker Fernwanderroute daraus möglich ist, ist mir – Stand Dezember 2023 – nicht bekannt. Werde mal sehen, ob mir im Sommer 2025 eine größere Durchquerung dieses Gebirge möglich sein würde. Ich kenne bisher auch nur Teile davon, mehrere Hütten und einige wenige Gipfeltouren.
Gipfeltouren – Klettersteige und Höhenpfade
Ferrata Gamma al Dente del Resegone, 1809 m.
Zuerst einmal mit der Seilbahn hoch zur Piani de Erna, 1330 m und ausgeschildert zum sehr schwierigen Klettersteig, welcher zum Resegone hoch führt. Gute Armkraft sollt vorhanden sein. 5 Stunden, 700 Hm. ab dem Tal 8 Std.
Die Normalwege zum Dente del Resegone Gipfel
Der Sentiero attrezzato del Buco della Carlotta, landschaftlich schön und im oberen Bereich der Schwierigkeit für Wanderpfade. Der Sentiero Carlo Villa ist nur mäßig schwer und an ausgesetzten Stellen gesichert.
Die Via ferrata del Cinquantenario und die Ferrata de Franco Silvano sind weitere gesicherte Weganlagen zum Resegone hoch. Beide sind nicht übermäßig schwierig und mit den Normalwegen kombinierbar.
Bedingt durch diese Vielzahl an Aufstiegen und die Nähe zur Stadt Lecco am Comer See ist an schönen Sonnentagen hier oben mächtig was los. Dazu steht etwas unterhalb das Rifugio Azzoni auf 1860 m.
Die Grigna Meridionale, 2177 m.
Gleich vier teilweise mit Stahlseilen gesicherte Aufstiege gibt es hier hoch zum Gipfel. Der Sentiero attrezzato Val Scarettone führt gut bezeichnet in 3 Stunden hoch. Der Sentiero Cecilia ist eine Variante und die Cresta Sinigaglia ist auch für Jugendliche geeignet. Bei der Direttissima sagt der Name eigentlich alles zur Tour.
Der Ausgangspunkt ist Piani Resinelli zum Rifugio Porta auf 1425 m. Oben am Gipfel steht noch ein kleines Bivacco Ferrario als Schutz, solltet Ihr oben von einem Gewitter überrascht werden. Alle Routen sind vorbildlich ausgeschildert und markiert.
Die Ferrata Val Cassina führt euch hoch zur Bocchetta di Val Cassina auf 1823 m. Mit 9 Stunden im Auf und Abstieg ein langer Tag, dabei 1450 Höhenmeter, die überwunden werden wollen. Start in Rongio, dann zum Rifugio Elisa, dann zum Gipfel und zurück über das Rifugio Bietti ins Tal.
Monte Grignone, 2409 m.
Die Ferrata Via CAI Mandello führt euch hoch zu diesem herrlichen Berggipfel. Zwei Berghütten bieten Schutz und Einkehr. Das Rifugio Bietti, 1715 m, und die Brioschi Hütte am Gipfel des Grignone. Ausgangspunkt ist am Rifugio Cainallo auf 1241 m. 7 Stunden Zeit sollte eingeplant werden. Alle Pfade sind gut bezeichnet und ausgeschildert.
Die Ferrata Minonzio führt hoch zum Zuccone Campelli auf 2159 m. Start ist im Valsassina mit einer Seilbahnfahrt. Das Rifugio Lecco, 1779 m, bietet Schutz und Einkehr.
Die Via ferrata Pesciola führt zum Zucco di Pesciola, 2092 m sehr anspruchsvoll und Kräfte raubend ausgesetzt hoch.
Der an mehreren Stellen gesicherte Bergsteig Sentiero Colombano bringt Euch zum Gipfel des Monte Legnone auf 2609 m. Näheres kann man auf dem Rifugio Scoggione, 1575 m, zum Bergsteig erfragen.
Zum Pizzo di Trona, 2510 m, führt die Via ferrata Pizzo Trona hoch. Die gesicherten Abschnitte sind nur kurz, das meiste ist ein steiler Bergsteig hoch zu wandern.
Der Pizzo del Becco, 2507 m.
Auch dieser Gipfel hat seinen gesicherten Aufstieg ab der Tal Gemeinde Corona. Zwei Berghütten stehen am Wege. 8 Stunden hin und zurück sollte man schon einplanen.
Der Pizzo Arera, 2512 m.
Dieser Gipfel gilt als einer der schönsten Aussichtspunkte der gesamten Bergamasker Alpen. Der gesicherte Steig führt über das Rifugio Capanna 2000 problemlos nach oben. Sollte der Sessellift unten an der Pass Straße außer Betrieb sein, wird es ein sehr langer Tourentag.
Der Monte Visolo, 2369 m.
Der Sentiero della Porta führt hier hoch zum Gipfel des Monte Visolo. Gesichert wurde diese Route im alten klassischen Stiel, viele Eisenbügel, Stahlseile und Eisenleitern. Wenn Ihr den Einstieg gefunden habt, nur noch den Sicherungen nach. Bei einem aufkommenden Gewitter wird es aber sehr heikel auf dieser Route. Dann nichts wie hin zum Rifugio Albani auf 1939 m Höhe.
Der Pizzo Biorco, 2749 m.
Dieser rund 6 stündiger Anstieg mit seinen wenigen gesicherte Stellen ist etwas für Naturliebhaber. Viele Bergsteiger trifft man da nicht an. Unterwegs steht eine Selbstversorger Hütte, die Casera Donati auf 2504 m Höhe. Die Bergsteige sind nur spärlich markiert, manchmal hat man nur eine Spur als Orientierung und deshalb solltet Ihr nur bei sehr gutem Wetter auf diese Tour einsteigen.
Der Sentiero Antonio Curo führt als gesicherter Bergsteig zum Passo di Demignone auf 2485 m hoch. Das Rifugio Tagliaferri, 2298 m, steht als Schutzhütte unterwegs zur Verfügung. Alle Pfade sind ordentlich markiert.
Die Cima dei Ladrinai, 2403 m.
Dieser Gipfel steht ganz im Osten der Bergamasker Alpen, zwischen dem Val di Scalve und dem Val Camonica. Der Bergsteig ist an seinen schwierigsten Abschnitten mit Stahlseilen gesichert. Das Rifugio Baita d`Iseo, 1335 m, liegt am Wege.
Stand aller dieser Informationen ist vom Sommer 2023.
Meine Touren Angebote für die Bergamasker Alpen
Normaler Weise bewege ich mich nicht mehr so weit westlich der Region Friaul und Dolomiten mit meinen angebotenen Bergtouren Wochen. Die Bergamasker Alpen wäre bei Interesse aber die Ausnahme.
So eine weitläufige Gebirgsgruppe gibt es im ganzen Ostalpen Raum nicht noch einmal. 2 Wochen, oder besser 3 Wochen Zeit solltet Ihr aber mitbringen. Diese Touren sind auch Jugendlichen geeignet, vorausgesetzt, die Ausrüstung ist dafür in Ordnung.
Auch kann man sehr gut mit einem laufstarken Hund diese Touren unternehmen. Ob nun mit einem Zelt oder ohne hängt auch etwas von der Jahreszeit ab.
Ab dem 20.Juli mit Mitte August sind viele Berghütten recht voll und auch die Selbstversorger Hütten werden dann gerne zum Übernachten angenommen. Hier ist dann sicher ein Leichttrekking Zelt von nutzen.
Bei Interesse bitte eMail an doncamillo.friaul@gmail.com
Aktuell veröffentlicht am 6.Februar 2025 - Camillo Pötzsch
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